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Hollister Deutschland Online Shop 70960-Neonazi-Angriff in Rostock-Lichtenhagen im August 1992 Die Nacht der Schande Neonazi-Terror - Frankfurt
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TOPIC: Hollister Deutschland Online Shop 70960-Neonazi-Angriff in Rostock-Lichtenhagen im August 1992 Die Nacht der Schande Neonazi-Terror - Frankfurt

Hollister Deutschland Online Shop 70960-Neonazi-Angriff in Rostock-Lichtenhagen im August 1992 Die Nacht der Schande Neonazi-Terror - Frankfurt 3 years, 12 months ago #195

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Im milden Licht des Augustes 2012 leuchten die Blüten am Sonnenblumenhaus, als w?re nichts geschehen. Ich gehe meinen Schritten von vor zwanzig Jahren nach und suche nach meinen Erinnerungen an diese Nacht. Ich will mit meinen Gedanken alleine sein.
Die Telefonzelle, aus der ich in jener Nacht meine Meldungen in die Redaktion durchgab, gibt es nicht mehr. Die Bundespost wurde aufgel?st, die Telekom privatisiert, die gelben H?uschen verschwanden. An ihrer Stelle in der Mecklenburger Allee steht nun eine grau- und pinkfarbene Kabine. Auch sie ist schon alt, zerkratzt, vermüllt; sie hat kaputte Scheiben, die Tür h?ngt halb aus den Angeln. Der Telefonapparat zeigt Bilder von DM-Münzen, einem Groschen, einem Fünfziger, einer Mark, aber er funktioniert noch.
Ausgelegt war das Asylbewerberheim für maximal dreihundert Menschen, belegt wurde es mit doppelt so vielen. In den Grünfl?chen vor dem Haus kampierten au?erdem Hunderte Rum?nen, vor allem Sinti und Roma, gehasst und verachtet von den deutschen Anwohnern. Man muss sich vorstellen, wie es da aussah: eine wilde Zeltstadt ohne Toiletten oder Mülleimer mitten in der einstigen Mustersiedlung. Monatelang übergingen die deutschen Beh?rden die Beschwerden der Anwohner über die Zust?nde am Asylbewerberheim. Sie zündelten an jenem Abend mit.
Die Sonnenblumen sind noch da. Die riesigen Blüten, geformt aus gelben, roten und grünen Backsteinen,Hollister Deutschland Online Shop, die diesem Geb?ude seinen freundlichen Namen gegeben haben. Vielleicht w?re es zu aufw?ndig gewesen, die Fassade in ihrer gesamten H?he von elf Stockwerken zu erneuern. Vielleicht hatten die Rostocker auch Respekt vor der Geschichte. Denn hier, im Sonnenblumenhaus in Rostock-Lichtenhagen, ist deutsche Geschichte geschrieben worden. Allerdings keine, auf die man stolz sein kann.
Wie schlimm diese dritte Nacht, die Nacht vom 24. zum 25. August 1992, dann werden würde, das hatte ich mir nicht vorstellen k?nnen. Ich kann es mir bis heute nicht vorstellen, obwohl ich doch dabei war.
Lust auf Krawall
1992 war das Jahr, in dem so viele Flüchtlinge nach Deutschland dr?ngten wie nie zuvor und nie seither. Bevor der Bundestag Ende 1992 das Asylrecht drastisch beschnitt, kamen 440.000 Asylbewerber, eine Tatsache,UGG Deutschland, die den Deutschen Angst machte, weit über den rechten Rand der Gesellschaft hinaus. ?Das Boot ist voll“, diesen Satz h?rte man damals oft. In Westdeutschland verübten Neonazis Mordanschl?ge auf Ausl?nder wie die Familie Arslan in M?lln. In Ostdeutschland kam es massenhaft zu Ausschreitungen gegen Asylbewerber. Allein im ersten Halbjahr 1992 verzeichnete die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern drei?ig ?berf?lle auf Wohnheime in diesem Bundesland.
?Holt uns hier raus,UGG!“
?berbelegtes Asylbewerberheim
Was sich im Inneren des Hauses abspielte, bekam ich damals nicht mit. Erst sp?ter sah ich die verwackelten, schlecht beleuchteten Bilder,Hollister, die ein ZDF-Team gemacht hatte, das sich bei den Vietnamesen im Geb?ude befand. Ich stand damals vor dem Sonnenblumenhaus und schaute zu. Spürte, wie die Menschenmenge nach dem ersten Brandsatz einen Augenblick den Atem anhielt, als konnte sie selbst nicht glauben, dass ein solcher Akt keine sofortige Strafe nach sich zog. H?rte, wie ein Mann aus einem der raucherfüllten oberen Stockwerke verzweifelt um Hilfe rief. ?Holt uns hier raus, wir sind Deutsche!“, brüllte er. Was muss er für Angst gehabt haben.
Gleich nebenan, wo das Land Mecklenburg-Vorpommern vor zwanzig Jahren sein einziges Aufnahmelager unterhielt, finden sich hingegen nur deutsche Namen. Der Aufzug (?umgebaut 1993“) funktioniert tadellos, die Leute grü?en freundlich. Im lachsfarben gestrichenen Treppenhaus liegt vor fast jeder Wohnungstür eine bunte Fu?matte, die Willkommen verhei?t. Die Vietnamesen, die damals über das Dach bis zum Aufgang 15 flohen, hatten sich bis zur siebten Etage durchklingeln müssen,http://80think.com/forum.php?mod=viewthread&tid=1266, ehe ihnen jemand die Tür ?ffnete.

Heute stehen die Büsche viel dichter als damals. Heute w?re es mir nicht gelungen, weit genug davonzulaufen vor den Hunden. 370 vorl?ufige Festnahmen,Hollister Online Shop, das war die Polizei-Bilanz der tagelangen Ausschreitungen. Die meisten Strafverfahren wurden bald wieder eingestellt, nur vier Brandstifter wurden zu Gef?ngnisstrafen verurteilt. Die letzten drei Urteile fielen erst zehn Jahre nach der Brandnacht, so sp?t, dass die T?ter schon wegen der langen Verfahrensdauer Milde fanden. Rostock-Lichtenhagen, das war nicht nur ein ungeheuerliches Polizeiversagen, das war auch ein Justizskandal.
Den ganzen Abend brachte ich mit dem rechten Mob zu. Ohne Presseschild, denn für Journalisten hatte die rechte Szene schon damals nichts übrig. Ich lief umher wie die anderen, die Schaulustigen,http://uhome.bensino.com/space.php?uid=203346&do=blog&id=91995,Hollister Deutschland, sah aus wie sie. Vor dem Sonnenblumenhaus hatten sich in jener Nacht auch hartgesottene Neonazis und Skinheads versammelt, teils von weither aus dem Westen angereist. Aber die meisten waren Jugendliche aus dem Neubaugebiet Lichtenhagen und dem übrigen Rostock. Sie kamen aus Langeweile, aus Frust, aus Selbstdarstellungstrieb, aus Lust auf den Krawall. Und weil sie ihre Wut an Ausl?ndern auslie?en,UGG Markenschuhe, klatschten Tausende von Anwohnern ihnen dafür Beifall.
Heute gibt es keinen freien Platz mehr vor dem Sonnenblumenhaus; heute steht dort eine einst?ckige Ladenzeile mit Teppichverkauf und Handygesch?ft. Damals aber konnte ich den Sturm auf das Wohnheim von der Stra?e aus genau beobachten. Eine noch bessere Sicht gab es nur vom Dach der Kaufhalle, die quer zum Sonnenblumenhaus stand. Auf dem Flachdach hatten sich die Fernsehteams aufgebaut, ein gutes Dutzend in einer langen Reihe, zur Liveschaltung in die Nachrichten und die Sondersendungen. Ganz Deutschland konnte an jenem Montagabend live zuschauen, wie Flammen aus den Fenstern des Wohnheims schlugen.
Der Parkplatz gegenüber vom Sonnenblumenhaus existiert noch, er k?nnte allerdings mal eine neue Schicht Asphalt gebrauchen. Hier stand ich,http://avajpayeeproperties.com/index.php?page=item&id=113848, als die Polizei schlie?lich um drei Uhr früh anrückte, um das Gel?nde rings um das Geb?ude zu r?umen. In eng geschlossener Formation marschierten die Polizisten über den Bahndamm und schlugen dabei mit ihren Schlagst?cken auf die Schilder. Ein unheimlicher, archaischer L?rm war das, wie aus einem Krieg in grauer Vorzeit. Wir flohen. Wir – die Meute, deren Teil ich geworden war. Wir rannten über den Parkplatz bis in das Gebüsch dahinter. Die Polizisten lie?en ihre Hunde von der Leine, um das W?ldchen zu r?umen. Ich rannte noch ein wenig schneller. Hunde machen keinen Unterschied.
Damals war ich froh, an dieser Stra?e eine offene Getr?nkebude zu finden, wo man mir Geld zum Telefonieren wechselte. Für den Betreiber waren die Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen eine Goldgrube. An Bier und Schnaps für die Brandstifter und die Schaulustigen muss er in den paar Tagen Tausende von Mark verdient haben. Die Polizei lie? ihn gew?hren.
22.56 Uhr konnten die L?scharbeiten beginnen, mehr als eine Stunde nach Eingang des Notrufes. Da endlich war die Polizei aus ihrer Starre erwacht und hatte der Feuerwehr einen Weg zum Sonnenblumenhaus gebahnt. ?Eine Verkettung unglücklicher Unf?lle“, sagte der Polizeisprecher, als ich ihn am Tag danach in der Rostocker Polizeidirektion aufsuchte. Damals erschienen mir seine Bemerkungen über die Vietnamesen im Wohnhaus zynisch: ?Wenn es um Rauch geht, h?tten die doch blo? auf den Balkon gehen brauchen.“ Heute kommt es mir vor, als würde vor allem Hilflosigkeit aus diesen Worten sprechen.
Rostock –
In Rostock stammten damals nur die einfachen Polizisten aus Mecklenburg, die Vorgesetzten kamen fast alle aus dem Westen. Es waren Beamte,http://bbs.litaow.com/home.php?mod=spacecp&ac=blog&blogid=, abgeordnet aus den Partnerl?ndern Schleswig-Holstein, Hamburg oder Bremen, die die Landespolizei auf Vordermann bringen sollten. Sie alle – der Staatssekret?r im Innenministerium, der Landespolizeichef, der Leiter der Polizeidirektion Rostock – verbrachten ihre Wochenenden fast immer daheim im Westen. Auch das Wochenende vor der Brandnacht, obwohl es seit Samstagabend in Lichtenhagen krachte. Nur einer von ihnen, der unerfahrene Rostocker Einsatzleiter Jürgen Deckert, kehrte vorzeitig zurück. Und als es darauf ankam, gab er die falschen Befehle.
Auch ein Justizskandal
Den Ausruf dieses Mannes habe ich in einem meiner alten Berichte wiedergefunden. Ich war damals Reporterin der Nachrichtenagentur Reuters und war nach Rostock geschickt worden, weil es vor dem Asylbewerberheim im Sonnenblumenhaus schon zwei N?chte lang Randale gegeben hatte. Daraufhin hatte die Polizei die Asylbewerber gerettet, nicht aber die Vietnamesen im Wohnheim nebenan, die sie für nicht gef?hrdet hielt.
Heute blühen in den Balkonk?sten die Geranien. Ein Bestattungsunternehmen und eine Zahnarztpraxis, eine Fahrschule und ein Friseur haben in dem Haus Filialen. Auf den Klingelschildern am Aufgang 19, dem ehemaligen Wohnheim der Vietnamesen, stehen drei vietnamesische Namen.
Die Polizei hatte sich hinter den Bahndamm zurückgezogen,Hollister Berlin Deutschland, über den die Züge von Rostock nach Warnemünde fahren. Die Meute rannte gelegentlich vor, um mit Steinen auf die Beamten zu werfen; manchmal bückte sich dann ein Polizist und schleuderte einen Stein zurück. Aber die Ordnungskr?fte griffen nicht ein, auch nicht, als das Sonnenblumenhaus zu brennen begann. Es seien zu wenige gewesen, sagten die Verantwortlichen sp?ter vor dem Untersuchungsausschuss im Schweriner Landtag aus, die eigentlich verfügbare Bereitschaftspolizei sei irrtümlich vorher abgezogen worden. Um 21.38 Uhr verzeichnete die Feuerwehr den ersten Notruf. Ein Feuerwehrwagen versuchte, zur Rückseite des Neubaublocks durchzukommen, wurde jedoch von einer johlenden, mit Steinen und Baseball-Schl?gern bewaffneten Menge gestoppt.
Die absurdeste Szene des Medienspektakels spielte sich hinter der Kaufhalle ab, wo sich damals ein geschlossener Hof befand. Dort hatten die ?bertragungswagen geparkt. Um die Sicherheit des teuren Equipments zu gew?hrleisten, hatten die Fernsehleute eine private Wachfirma angeheuert, die am Tor den Zugang kontrollierte. Wer einen Presseausweis vorzeigen konnte, durfte hinein zu all den Technikern, Produktionsassistenten und Reportern, die für Live-Sendungen gebraucht werden. An dieser Stelle, keine hundert Meter vom demolierten Wohnheim entfernt, klappte es mit der Sicherheit anstandslos.
Die Ereignisse von Rostock-Lichtenhagen w?ren nicht als die schlimmsten ausl?nderfeindlichen Ausschreitungen der deutschen Nachkriegsgeschichte in die Bücher eingegangen,UGG Online Shop, wenn sich nicht die Polizei, pl?tzlich und unerkl?rlich, kurz nach 21.00 Uhr, zurückgezogen h?tte. Die Jugendlichen, besoffen von Bier,http://kia.sh.cn/bbs/home.php?mod=space&uid=4304&do=blog&quickforward=1&id=545, Schnaps, Beifall und der Aufmerksamkeit der Kameras, rannten brüllend auf das Wohnheim zu. ?Wir kriegen Euch alle“, gr?lten sie, warfen Steine und Molotow-Cocktails auf das Geb?ude und kletterten dann auf die Balkons.
Zwanzig Jahre ist es her, dass schwarz gekleidete junge M?nner, angespornt vom Beifall der Anwohner, sich zu den Balkons im ersten Stock des Sonnenblumenhauses hochhangelten, durch die kaputten Fensterscheiben einstiegen und Brands?tze warfen, in jedes Zimmer ein paar,UGG Markenschuhe und Accessoires im Görtz Online Shop, bis es überall loderte. Bis in den sechsten Stock reichten die Flammen, gut zu sehen für die Polizisten, die dem Feuer aus der Ferne stundenlang unt?tig zuschauten. Etwa hundert Vietnamesen, die lange vor der Wende als Vertragsarbeiter in die DDR gekommen waren, flüchteten sich Etage für Etage nach oben. Schlie?lich gelang es ihnen, einen verschlossenen und mit Ketten gesicherten Notausgang aufzubrechen, um aufs Dach zu gelangen. Das rettete ihr Leben.
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